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Litembo Hospital - Erste Runde der Mobilen Klinik 2020

Tabitha Hinz war als "Weltwärts-Freiwillige" in Mbinga / Tansania und dort auch mit der Mobilen Klinik unterwegs. Sie hat uns einen Erfahrungsbericht geschrieben.

Litembo Hospital bietet Mobile Services in der Region Mbinga. Die Landkarte der Diözese Mbinga wurde in 3 Bereiche eingeteilt. Jeder Bereich ist so groß, dass das Auto der „Mobilen Klinik“ in einer Woche sechs Stationen abfahren kann. Verschiedene Ärzte und Schwestern von Litembo fahren, ausgestattet mit dem benötigten Material, die Gesundheitseinrichtungen ab und untersuchen und behandeln die anwesenden Patienten. Der Sinn dieser Aktion, die einmal pro Jahr durchgeführt wird, ist, sehr kranke oder sogar schwerkranke Patienten zu finden, und sie in die Klinik zu überweisen. Wir wollen schwere Erkrankungen frühzeitig entdecken, um so früh genug und ausreichend helfen zu können. Zuvor werden die Termine der „Mobilen Klinik“ den Menschen bekannt gegeben.

Mobile Klinik 09.-14. März 2020

STATIONEN: Mikalanga-Mpapa-Tingi-Liparamba-Mpepo

Wir, 6 Mitarbeiter des Litembo Diocesan Hospitals, sind zu verschiedenen Dispenseries und Health Centers in der Mbinga Region gefahren und haben Patienten kostenlos untersucht und ihnen Medikamente verschrieben. Normalerweise arbeitet in diesen Gesundheitsstationen kein Arzt und der Weg bis zum nächsten Arzt (im Litembo Hospital) ist mit vielen Umständen und Kosten verbunden. Daher sind wir mit einem Internisten (Dr. Dennis Ngatemelela), einem Zahnarzt (Bernard Mwaipaja) - ein Krankenpfleger mit entsprechender Fachweiterbildung, einer Augenärztin (Imelda Ndunguru) - eine Krankenpflegerin mit entsprechender Fachweiterbildung, einem Radiologen (Dr. Maurus Ndomba) - ein Advanced Medical Officer mit radiologischer Fachweiterbildung, der hauptsächlich Ultraschalluntersuchungen durchgeführt hat und mir, einer FSJlerin (Tabitha Hinz) innerhalb von einer Woche zu fünf verschiedenen Gesundheitsstationen gefahren.

Mikalanga 09.-10.03.2020

Unser erster Stopp war das Health Center Mikalanga. Als wir morgens angekommen sind, haben schon viele Patienten auf uns gewartet. Zum Glück haben wir zwei Tage vor Ort eingeplant. Die Mitarbeiter und die Ärzte aus Litembo sind durch die vielen, vorherigen Mobilen Klinken schon ein eingespieltes Team gewesen, daher musste keine Zeit mit der Organisation verschwendet werden und wir konnten direkt anfangen zu arbeiten. Die Patienten waren schon alle mit vorbereiteten Akten (mit Name, Alter, Gewicht und Herkunft) ausgestattet und wurden auf die entsprechenden Ärzte aufgeteilt. Wenn einer der Ärzte bei dem Patientengespräch eine weitere Auffälligkeit oder Krankheit entdeckt hat, wurde der entsprechende Patient direkt zum nächsten Arzt weitergeschickt.
So wurden zum Beispiel Zahnarztpatienten, bei denen eine Hypertonie festgestellt wurde, direkt zu Dr. Dennis zur Überprüfung weitergeschickt. Einige Patienten benötigten jedoch Untersuchungen, die wir vor Ort nicht durchführen konnten. Dazu gehörte vor allem die Endoskopie und die Röntgenuntersuchung. Diese Patienten mussten wir bitten, nach Litembo zu kommen. Aber wenigstens wussten die Patienten so, dass eine Reise nach Litembo wirklich notwendig ist.

Mpapa - 11.03.2020

Am nächsten Tag sind wir nach Mpapa aufgebrochen und haben sofort einige Patienten gesehen, die auf ihre Patientenakten warteten. Routiniert haben wir uns auf verschiedene Räume aufgeteilt, die Materialien aus dem Land Rover geräumt und nach einer kurzen Begrüßungsmahlzeit angefangen zu arbeiten. Mit Dr. Dennis habe ich an diesem Tag viele typische Krankheitsbilder gesehen. Dadurch, dass wir bei jedem Patienten den Blutdruck und bei vielen Patienten den Blutzucker gemessen haben, konnten wir bei einigen Patienten die Diagnose „Hypertonie“ (Bluthochdruck) oder „Diabetes“ stellen oder die bestehende Behandlung anpassen. Vor allem bei diesen Patienten wurde mir der Nutzen der Mobilen Klinik sehr deutlich. Bei vielen von ihnen wären diese Diagnosen ohne die Ärzte aus Litembo nie oder sehr spät gestellt worden, da die Entfernung zum nächsten Arzt oft zu groß und der Preis oft zu hoch für Vorsorgeuntersuchungen ist.Auch die Behandlungsangebote von Imelda Ndunguru, Bernard Mwaipaja und Dr. Ndomba wurden sehr viel genutzt. Dadurch konnte Antibiotikum für Conjunktivitis (Bindehautentzündung) verschrieben und Zähne gezogen werden. Dr. Ndomba hat mit seinem Ultraschall unglaublich viele Patienten untersucht und dabei sogar eine ektopische Schwangerschaft (Eileiterschwangerschaft) diagnostiziert. Die Frau wurde sofort ins Krankenhaus gebracht um operiert zu werden, da ein tödlicher Verlauf möglich ist.

Tingi – 12.03.2020

Auch in Tingi erwarteten uns viele Patienten, wie auch die gesamte restliche Woche über. Wir haben den ganzen Tag, unterbrochen von kurzen Mahlzeiten, gearbeitet und erst nach dem Abendessen eine richtige Pause gehabt. In Tingi ist mir besonders aufgefallen, wie verschieden die Erkrankungen der Patienten sind. Dr. Dennis beispielsweise hat an einem Tag Patienten mit Hauterkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Gelenkbeschwerden, Schlaganfallpatienten, Herzproblemen aller Art und neurologischen Erkrankungen gesehen. Es ist wirklich beeindruckend, wie gut er all diese verschiedenen Bereiche abdecken kann.

Einige Patienten haben wir uns markiert, damit er sich noch einmal mit den zuständigen Fachärzten absprechen oder noch einmal zu bestimmten Krankheitsbildern recherchieren kann. Dazu kamen noch einige Erkrankungen, die wir in Deutschland eher seltener sehen. Zum Einen haben wir mehrere ältere Kinder mit Hydrozelen gesehen, seltenere Hauterkrankungen wie Psoariasis und zum Anderen auch Patienten zu einem Tuberkulose-Test geschickt.

Liparamba – 13.03.2020

Schon als wir in Liparamba angekommen sind, haben wir an der langen Schlange gesehen, dass es ein langer und anstrengender Tag werden würde. Zuvor haben noch keine Mobilen Klink – Besuche in Liparamba stattgefunden, daher war die Organisation noch nicht so gut. Dadurch, dass die Patienten noch keine Akten hatten und es keine Warteschlangen gab, haben wir Zeit mit Arbeit verschwendet, die eigentlich nicht nötig gewesen wäre, wie zum Beispiel für jeden Patienten eine Akte anzulegen. Außerdem ist es durch die dicht gedrängten Patienten sehr laut geworden, was die gesamte Arbeit verlangsamt hat. Trotzdem haben wir viele Patienten behandelt.

Mpepo - 14.03.2020

Zu unserer letzten Station ist die Anreise besonders schwer gefallen und die Regenzeit hat sich stark bemerkbar gemacht. Der Weg nach Mpepo an einigen Stellen so überflutet, dass wir durch einen kleinen Fluss durchfahren mussten und der Driver Sixbert hat ganze Arbeit geleistet, um uns sicher zur Station zu bringen.Nach unserer Ankunft haben wir in Mpepo besonders die Ruhe und super Organisation genossen. Auch hier waren alle Patienten mit einer vorbereiteten Akte ausgestattet und warteten auf ihren behandelnden Arzt. An Orten mit so einer guten Organisationsstruktur konnten wir als Team unsere beste Arbeit leisten. Wir waren sehr entspannt und hatten die Möglichkeit uns mehr Zeit für die Anliegen der Patienten zu nehmen. Das führt zu einer nachhaltigeren Arbeit, da wir beispielsweise nicht nur ein Malariamedikament verschrieben haben, sondern uns noch Zeit blieb, um den Patienten über Malaria aufzuklären und so vielleicht eine erneute Ansteckung zu verhindern.Mir sind an dem Tag in Mpepo die psychisch erkrankten Patienten besonders aufgefallen. Oft war die Diagnose der Patienten „Anxiety“ (Ängstlichkeit), „Depressionen“ oder „Insomnia“ (Schlaflosigkeit). Für die Patienten hatten wir in Mpepo auch mehr Zeit als anderswo, allerdings kann ein einmaliges Gespräch mit einem Internisten zwar vielleicht die Symptome (mithilfe von Medikamenten) mindern, aber die Erkrankung nicht heilen. Vor allem, weil eine psychotherapeutische oder psychiatrische Betreuung nicht vor Ort stattfindet.

Tabitha Hinz

Den gesamten Text, sowie alle Fotos finden Sie in der angefügten PDF-Datei. 

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